1. Startseite»
  2. Geschichte

Geschichte

Seit alter Zeit hat die Moldau das Leben Prags stark beeinflusst. Die Dampfschifffahrt hat eine historische Bedeutung gehabt, da die sie nicht nur den Charakter des Moldau-Ufers geändert hat, sondern auch das Leben der Einwohners Prags. Dampfer- und Passagierschif­fverkehr gehören zu Prag schon seit den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts, und prägen bis heute das historische Stadtbild.

Die Tradition der Dampfschifffahrt in Prag hat mit den ersten Versuchen von Joseph Božek auf einem Dampfboot in Stromovka im Jahre 1817 angefangen. Den ersten Dampfer, „Bohemia“, hat der Engländer John Joseph Ruston gebaut und ihn mit dem Besitzer John Andrew im Mai 1841 den Pragern vorgeführt. Der „Bohemia“ war dann auf der Elbe auf der Route nach Dresden in Dienst. Nach Prag ist das Schiff ausnahmsweise und nur unter besonders guten Schifffahrtsbe­dingungen gefahren.

Weitere Versuche, die Dampfschifffahrt auf der Moldau bis nach Prag einzuführen, wurden durch die Briten J.U.Pierce und J.Winter aus Weiher (Děčín) 1857 unternommen, blieben aber erfolglos.

Der erste erfolgreiche Versuch, Passagierschif­fverkehr nach Prag zu leiten, steht in Verbindung mit der Gründung der Prager Dampfschifffahrt Gesellschaft (Pražská paroplavební společnost, PPS) im Jahre 1865. Dieser rein tschechische Betrieb verdankt seine Entstehung der Initiative von František Dittrich, nachmaliger Oberbürgermeister von Prag. Ihr erstes Schiff erwarb die Prager Gesellschaft schon im Jahre 1865, und ein Jahr später folgte dann der Dampfer „Vltava“. Die ältesten Schiffe der PPS wurden von der Prager Werft Ruston geliefert, welche damals zu den grössten österreichischen Unternehmen dieser Branche gehörte. Seit Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhundert, verfügte PPS über eine verhältnismässig grosse Schiffsflotte, welche Stufenweise erweitert wurde. Die letzten Dampfer wurden in den 40er Jahren dieses Jahrhunderts von der Gesellschaft erworben, zwei davon sind noch immer in Betrieb. Den Kern der heutigen Flotte bilden auf jeden Fall die Motorpassagier­schiffe.

Die Passagierbeförde­rung – anfangs nur auf den Verkehr durch Prag und bis Štěchovice beschränkt – wurde später bis nach Mělník erweitert, und dann weiter Elbabwärts bis nach Hřensko und Elbaufwärts nach Kostelec und Nymburk. Das steigende Interesse für diese Route erreichte seinen Höhepunkt Ende des 19. Jahrhundert und in den 20er und 40er Jahren des 20. Jahrhundert. Nach Finanzschwierig­keiten Ende der 30er Jahre, wurde der Staat Teilhaber an der Gesellschaft und die städtische Personnenbeförde­rungsgesellschaft Prags übernahm den Betrieb. Seit 1992 ist PPS wieder eine private Gesellschaft. Dieser Umstand ermöglichte umfangreiche Investitionen in der Erneuerung des Schiffsparks, um eine qualitative Besserung des Kundendienstes zu erlangen.